Redewendungen Herkunft

Eine Person in die Schranken weisen:

Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, aus der Zeit der Ritterturniere. Hier wurden den Reitern beim Lanzenstechen bestimmte Bahnen gewiesen, damit sie nicht mit den Pferden zusammenstoßen konnten. Der Ritter durfte die Bahn also nicht verlassen. Heute wird eine Person von anderen oftmals „in die Schranken gewiesen“, wenn sie sich daneben benimmt.




Keine Ahnung vom Tuten und Blasen haben:

Aus dem späteren Mittelalter stammt auch diese Redewendung. Sie beschreibt die Aufgabe des Nacht- oder Torwächters – welche als sehr einfache und niedere Berufsgruppe galt. Wenn also jemand nicht mal diese Aufgabe aufgrund seiner beschränkten Fähigkeiten ausüben konnte, dann war er wahrscheinlich für alles zu dumm.




Etwas an die große Glocke hängen:

Gerichtsverhandlungen wurden im Mittelalter oft in aller Öffentlichkeit ausgetragen. Um die Leute zu einer solchen Verhandlung zu rufen, wurde eine große Glocke geläutet. Bei diesen Verhandlungen wurden dann die privaten Streitigkeiten vor allen Leuten ausgetragen.




Etwas ist mir Schnuppe:

Als Schnuppe bezeichnet man das verkohlte Ende eines Kerzendochts. Dieses musste wegen der damaligen Brandgefahr abgeschnitten werden und war natürlich wertlos. Die Redewendung vergleicht also eine Tatsache mit der Wertlosigkeit dieses abgebrannten Dochtstücks.




Jemanden im Stich lassen:

Ebenfalls aus dem Mittelalter. Ein kämpfender Ritter sollte, falls er einen Stich erlitt oder stürzte, von seinem Knappen aus der Gefahrenzone gezogen werden. Wurde dies nicht getan, riskierte der Ritter, nochmals einen Stich zu erleiden. Er wurde dem nächsten Stich sozusagen überlassen.

 

Redewendungen begleiten uns fast immer im täglichen Sprachgebrauch, denkt man einmal über solche Redewendungen nach, dann merkt man ganz schnell, dass deren Herkunft weit über das Mittelalter zurück zu verfolgen sind. Einige Redewendungen können besonders von Ausländern, aber auch von der jüngeren Generation unter uns nicht mehr richtig gedeutet werden, da diese Redewendungen meistens nur noch von Personen verstanden werden, die diese schon öfters gehört haben. Dessen Wörter nehmen manchmal keinerlei Bezug auf den Inhalt oder die Aussage von solchen Redewendungen.

Sprichwörtliche Redensarten sind oft bildhafte Ausdrücke, sie werden ständig im selben Wortlaut wiederholt und ihre Bedeutung ist allgemein bekannt, auch werden sie oft von Generation zu Generation weiter gegeben. Das Wissen um die Herkunft von Redensarten, sowie seine ursprüngliche Bedeutung nimmt immer mehr ab. Wie selbstverständlich greifen wir auf allgemein bekannte und von allen verstandene Redewendungen zurück. Nur sehr selten fällt uns auf, dass die Worte, die man in Redewendungen benutzt, überhaupt keinen Sinn ergeben. Zumindest in der heutigen Zeit nicht mehr. Die meisten dieser sprichwörtlichen Redensarten, die wir gebrauchen, sind meistens keine sinnlose Wortspielerei, sondern ein sehr wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes.

Redensarten entstanden schließlich aus einem von allen bekannten Vorgang des täglichen Lebens unserer Vorfahren und Ahnen. In den meisten Fällen werden diese Redensarten heute eigentlich nur noch benutzt, die wenigsten von uns kennen die eigentliche Bedeutung einer solchen Redensart. In sehr vielen Fällen hatten bei der Erschaffung von Redensarten berühmte Dichter, Gelehrte, Theologen und andere Geistesgrößen ihre Finger im Spiel und brachten diese auch für die Nachwelt auf Papier.
In manchen Fällen ist man sich gar nicht mehr so sicher, ob man eine solche Redewendung im richtigen Zusammenhang benutzt hat.

Am meisten aber werden Redewendungen bei Gratulationen oder Glückwünschen benutzt, bei diesen wird dann der Sinn oder die Bedeutung von Redensarten immer verstanden. Bei Glückwünschen benutzt man gerne Aussagen berühmter Leute, man sollte aber darauf achten, dass diese passend zum Empfänger der Glückwünsche sind. Damit kann man gleichzeitig ein Stück Geschichte, aber auch Freude weitergeben, und darauf kommt es wohl am meisten an.

 

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