traurige Gedichte

Schade wenn es das Ende wär',
wenn jetzt das Ende ist.
Hatten doch geschworen,
es gibt immer ein wir -
immer.
Frage mich ob es dein Ernst war,
jetzt bist du weg -
fort.
Hatten schöne Stunden,
geprägt von Freude und Kummer.
Waren immer für einander da,
egal ob dunkel oder hell.
Konnte mich dir anvertrauen,
gemeinsam Spaß haben,
mein Herz ausschütten.
Erinner dich an vergangene Worte,
du schworst du möchtest es nicht verlieren,
hast gesagt du magst mich,
war alles ein Geben und Nehmen,
doch jetzt gebe ich nur noch...


Warte auf das Licht,
Stunden, Tage, Wochen.
Werde verfolgt von Dunkelheit.
Wut, Trauer, Hass.
Laufe im Kreis des Lebens,
des Schattens.
Sehne mich nach der Sonne -
nach Dir.



Was soll ich nur sagen,
habe gezweifelt, gewartet.
Mich dann getraut,
jedes Wort genau überlegt,
jedes Komma genau gesetzt,
jedes Gefühl versucht auszudrücken,
doch von dir kommt so wenig, - nichts.
Eine Trauerfeier der Ungewissheit,
der Angst, der Tränen.
Die Angst dich zu verlieren.



Wer kennt sie nicht, diese unsägliche, melancholische Stimmung. Draußen beginnen die Blätter von den Bäumen zu fallen, das Land ist soweit man sehen kann mit einem Firn bedeckt oder die Welt kämpft sich bei Nieselregen wieder aus dem Matsch hervor. Wie ein trauriges Gedicht mutete das kakophonische Bild der Landschaften an, und im Inneren des Menschen, tief in der Seele, keimt ein ähnliches Gefühl.

Ob bei einer klassischen Herbstdepression oder anderweitiger Schicksalsschläge, der Mensch hat einen Kanal gefunden um sich von den innerlichen Spannungen und niedergeschlagenen Stimmungen rasch zu erholen. Seit jeher schreiben wir traurige Gedichte, teilen unsere Gefühle und Belastungen mit, machen sie anderen zugänglich oder lesen was andere Menschen empfanden. Ob Benn, Hesse oder Goethe, sie alle waren Virtuosen der lyrischen Versform. Seit mehreren hundert Jahren schon bewegen ihre traurigen Gedichte die Seelen der Menschen und berühren sie dort, wo das Verständnis der Trauer ruht.

Es ist keineswegs verwerflich sich diesen Gedichten hinzugeben, darin zu schwelgen und auch Tränen zu vergießen. All das dient dazu den inneren Kummer zu externalisieren, sich die Trauer bewusst zu machen, um sie letztendlich verarbeiten zu können. Häufig werden in traurigen Gedichten bestimmte Schlüsselbegriffe verwendet, die direkt an die Seele der Leser appellieren und in unserem Kopf bestimmte Situationen illusionieren. Ein wichtiges Element sind sicherlich die Farben. Dunkle, matte Töne lassen in uns die Bilder von Einsamkeit entstehen, ebenso Temperaturtermini wie „Kälte“ oder in Form der antithetischen Verwendung bei etwa „sonnenlos“. Ein weiteres Stilmittel trauriger Gedichte ist der Gebrauch von Nomen, mit denen wir gewisse Emotionen assoziieren. Häufig findet man so beispielsweise „Schmerz, Qual, Blut, Tod“, Dinge also, die uns die Schmerzen des Autors lebendig nachvollziehen lassen können.

Traurige Gedichte haben eines gemeinsam, sie sind meist Momentaufnahmen von besonderer künstlerischer Intensität. Sich den Kummer und die Last von dem Herzen zu schreiben ist so erfolgreich, dass sich selbst die Wissenschaft dafür zu interessieren begann. Heute gibt es sogar eine Form der Psychotherapie, in welcher der Patient seinen Gemütszustand verbessert, indem er sich in Gedichten mitteilt. Nach dem Lesen oder Schreiben von traurigen Gedichten scheint die Welt dann oftmals wieder wesentlich freundlicher.

 

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